CORVETTE C6 2005 -

Chevrolet Corvette C6: Nicht von gestern
Die sechste Auflage des amerikanischen Sportwagen-Klassikers ist technisch moderner denn je, orientiert sich aber stilistisch auch an Designelementen früherer Modellgenerationen.
Die C6 genannte Neuauflage kommt mit einjähriger Verspätung - das im Sommer 2003 begangene 50. Corvette-Jubiläum musste ohne Premierenfeier über die Bühne gehen. Die findet jetzt auf der Detroit Auto Show statt.
Schuld an der Verzögerung waren die Terroranschläge des 11. September 2001, die General Motors zu neuen Business-Plänen zwangen, deren Prioritäten mehr auf der Erneuerung von Volumenmodellen lagen. Da sich die C5-Corvette damals noch gut verkaufte, wurde der Start der C6 um zwölf Monate verschoben.
Deutschland-Start im Herbst
Die Coupé-Version mit herausnehmbarem Hardtop geht im Sommer in Produktion. Der Verkaufsstart in Deutschland ist für Herbst geplant, wobei der günstige Dollar-Kurs für gleich bleibende Euro-Preise sorgen dürfte. Das neue Corvette Cabrio wird auf dem Genfer Autosalon im März präsentiert, die Hochleistungsversion Z06 mit festem Dach auf der nächsten Detroit Auto Show im Januar 2005.
Die Verbreitung der Corvette ist im Gegensatz zum Global-Player Porsche 911 stark auf den Heimatmarkt fokussiert. Von den 35.000 Einheiten, die in Bowling Green/Kentucky jährlich gebaut werden, gingen bislang maximal 1.200 nach Europa und noch weniger nach Japan. Doch das soll sich ändern.
GM schwebt eine Vervier- bis Verfünffachung der Europa-Verkäufe vor. Dafür wurde intensiv in Deutschland getestet - auf der Nordschleife des Nürburgrings, auf den Autobahnen, aber auch im Stadtverkehr. Neben einer Verbesserung der Fahrdynamik standen erstmals auch Kriterien wie Übersichtlichkeit und Handlichkeit im Lastenheft.
Deshalb wurde die Corvette eingedampft. Die Kunststoff-Karosserie schmolz in der Länge um 13 und in der Breite um 2,5 Zentimeter. Da gleichzeitig aber der Radstand um 3,5 Zentimeter gestreckt wurde und die C6 auf größeren Rädern rollt (vorne 18 statt 17, hinten 19 statt 18 Zoll), ergeben sich interessante Proportionen und wegen des weiter nach hinten gerückten Motors eine nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung von 51 (vorne) zu 49 Prozent (hinten).
Hinter den größeren Alu-Rädern im Fünfspeichen-Design verbergen sich leistungsfähigere Bremsen, dazu gibt es serienmäßig ESP und für Europa ein Fahrwerkspaket mit strafferer Abstimmung. Da aber selbst bei Sportwagen immer mehr Wert auf Komfort gelegt wird, weist die C6 längere Federwege als ihr Vorgänger auf.
Verbesserter Qualitätseindruck
Das Design der im cw-Wert von 0,29 auf 0,28 verbesserten Karosserie ist eine Synthese aus modernen und historischen Elementen. Die Frontpartie mit den kleinen Einzelscheinwerfern (Xenon für Abblend- und Fernlicht) unter einer klaren Kunststoffabdeckung entspringt eher der Neuzeit, während der charakteristische Hüftknick in der Flanke und vor allem das bootsartige Heck mit der stark gewölbten, sich nach hinten verjüngenden Heckscheibe und den großen runden Rückleuchten stark an den Cola-Flaschen-Look der dritten und erfolgreichsten Corvette-Generation (1963 bis 1982) erinnert.
Das Interieur wurde ebenfalls aufgewertet. Die Materialien wirken höherwertig und sind durch unterschiedliche Farbtöne voneinander abgesetzt. Das etwas zu groß geratene Lenkrad liegt gut in der Hand, lässt sich in Höhe und Tiefe verstellen. Gestartet wird nicht mehr per Zündschlüssel, sondern auf Knopfdruck. Auch die Türen lassen sich schlüssellos elektrisch öffnen und schließen. Die großen Rundinstrumente liegen optimal im Blickfeld. Als Extra gibt es ein Headup-Display, dessen Anzeige sich individuell konfigurieren lässt und das auf Wunsch auch die Querbeschleunigung in Kurven auf die Frontscheibe proijeziert. Erstmals für die Corvette erhältlich ist ein DVD-Navigationssystem.
Hinter den Passagieren befindet sich unter der Glaskuppel der Heckklappe ein großes Abteil, das Platz für das Gepäck zweier Personen bereit hält – selbst dann, wenn darin noch das nur neun neun Kilogramm wiegende Hardtop verstaut wird, das sich spielend leicht sogar von einer Person entnehmen und wieder einsetzen lässt.
Der sogenannte Vortec-V8 trägt nun das Kürzel LS2 und weist sechs statt vormals 5,7 Liter Hubraum auf. Er bringt es auf 405 PS und ein maximales Drehmoment von 543 Nm. Da es bei GM keine Fünfgang-Automatik gibt, die dieser Urgewalt gewachsen ist, bleibt es bei der bekannten Viergang-Automatik. Alternativ wird ein Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten, das sich leichter, schneller und exakter als bisher betätigen lassen soll. Handgeschaltet soll die Corvette in 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten, mit Automatikgetriebe nimmt sie sich drei Zehntel mehr Zeit. Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h. Die Z06-Version mit voraussichtlich 450 PS soll weit über 300 km/h laufen.


Chevrolet Corvette Cabrio
Das Corvette-Coupé C6 feierte bereits in Detroit Weltpremiere, so folgt auf dem Auto Salon in Genf nun die Cabrio-Variante des 405 PS starken US-Klassikers.
Unter der Kunststoffkarosserie übernimmt der offene Zweisitzer die komplette Technik des Coupés. Damit sorgt auch im Convertible der Vortec-V8 mit 6,0-Liter Hubraum, 405 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 543 Nm für Vortrieb. Auf die Hinterräder übertragen durch eine Viergang-Automatik oder ein manuelles Sechsgang-Getriebe stürmt die Vette in 4,3 Sekunden auf Tempo 100 und wird die Frisuren der Insassen mit bis zu knapp 290 km/h durcheinander bringen. Die noch potentere Z06-Version mit voraussichtlich 450 PS und weit über 300 km/h Höchstgeschwindigkeit bleibt allerdings der Coupéversion mit festem Dach vorbehalten.
Apropos Dach: Das knappe Stoffverdeck mit Glasheckscheibe des Corvette Cabrio verschwindet komplett unter einer festen Abdeckung hinter den Sitzen. Darunter haben die GM-Ingenieure zwei kleine, vom Fahrerraum zugängliche, Staufächer vorgesehen. Optional kann das Dach auch per Knopfdruck innerhalb von 18 Sekunden vollautomatisch versenkt werden. Das abdeckende Speedster-Cover mit seinen zwei Airdomes fügt sich dabei nahtlos an die Kopfstützen und die Seitenline der Vette ein, die gegenüber dem Coupé unangetastet bleibt.
Wer sich schon auf die offene Corvette freut, muss allerdings noch ein Weilchen warten: Erst rechtzeitig zur europäischen Wintersaison im Herbst 2004 wird der Convertible zeitgleich mit dem Coupé zu den europäischen Händlern rollen.
Corvette Z06: Vette Beute Z06 heißt das Kürzel mit dem GM die Corvette nun endgültig gegen die etablierten Sportwagen aus aller Welt positionieren möchte. Seine Premiere feiert das 500 PS starke und über 300 km/h schnelle Top-Modell auf der Detroit Auto Show. Pocht unter der Kunststoffhaube der normalen Corvette C6 ein 6,0-Liter-V8 mit 405 PS und 543 Nm, so haben die GM-Techniker dem Z06 ein Herz mit sieben Liter Hubraum spendiert, das mit seinen 427 Cubicinch an die legendären Hubraum-Motoren früherer Corvette-Modelle erinnern soll. Der leistungsstärkste Serien-Small-Block aller Zeiten fördert aus den Tiefen seiner Brennräume 500 PS und maximal 657 Nm zutage. Erkennbar ist der LS7 getaufte V8, der dank Titan-Pleuel und Titan-Ventilen bis 7.000 /min jubilieren darf und ausschließlich in Handarbeit entsteht, an seinen feuerroten Zylinderköpfen mit schwarzen Schriftzügen. Was dieses Aggregat zu leisten im Stande ist, zeigen die Fahrleistungen der 1.419 Kilogramm schweren Corvette Z06. Die 100 km/h-Marke soll aus dem Stand bereits in weniger als vier Sekunden erreicht sein, die Höchstgeschwindigkeit stellt sich erst bei 305 km/h ein. Die Kraftübertragung obliegt einem manuellen Sechsgang-Getriebe und einem Sperrdifferenzial, das den Schlupf an den Hinterrädern im Zaum halten soll. Mächtige Räder und mächtige Bremsen Um die Gewichtsverteilung des Sportlers trotz des schwereren Motors weiter bei 50:50 zu halten, sind Radträger an der Vorderachse des Aluminiumchassis aus Magnesium, die Kotflügel aus Kohlefaserverbundmaterial sowie ein Sandwich-Kabinenboden aus dem gleichen Werkstoff gefertigt. Zudem wanderte die Batterie in den Kofferraum. Angepasst an den potenten Treibsatz zeigt sich auch das Fahrwerk. 9,5x18 Zoll Leichtmetallräder an der Vorderachse tragen Pneus im Format 275/35, an der Hinterachse kommen 12x19 Zoll große Felgen mit Reifen der Dimension 325/30 zum Einsatz. Damit die üppigen Pneus auch Platz in den Radhäusern finden wurden diese um rund 76 Millimeter verbreitert. Modifiziert wurden auch die Federn und Stabilisatoren an der Hinterachse. Gravierende Änderungen mussten auch die Bremsen über sich ergehen lassen. Vorne verbeißen sich Sechskolben-Bremszangen in 355 Millimeter große Bremsscheiben, hinten werden Vierkolben-Bremszangen mit 340 Millimeter großen Scheiben kombiniert. Eigenständige Optik Doch nicht nur technisch hebt sich die Z06 von der Standard-Corvette ab. Aus Stabilitätsgründen ausschließlich mit festem Dach zu haben, trägt das Top-Modell eine Frontschürze mit größerem Kühlufteinlass, dem gleichen Zweck dienliche Öffnungen in der Fronthaube und hinter den Vorderrädern, einen kleinen Frontspoiler, Seitenschweller und einen Heckspoiler sowie vier mächtige Auspuffendrohre und zahlreiche Z06-Embleme. Zur Ausstattung der Z06 gehören unter anderem zwei Airbags, ABS, eine Klimaautomatik, zweifarbige Ledersitze, Nebelscheinwerfer und ein Head-Up-Display. Optional können noch ein Soundsystem mit CD-Wechsler, Seiutenairbags, ein Navigationssystem, ein einstellbares Lenkrad, beheizte Sitze und polierte Räder geordert werden.
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Steckbrief Corvette C6
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Produktionszeit
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seit 2005
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Stückzahl
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Werke
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Bowling Green in Kentucky
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Länge/Breite/Höhe (m)
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4,88m x 1,79m x 1,83m
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Radstand (m)
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2.685 Millimeter
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Motoren
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Achtzylinder Leichtmetall, 6162 ccm
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Technische Neuerungen
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