CORVETTE C3 1968 - 1982

1968
Die dritte Modellgeneration mit stark geschwungenen Flanken kommt auf den Markt.
Das Coupé ist zum ersten Mal mit herausnehmbaren Dachhälften („T-bars“) lieferbar.
 
 
1970
Chevrolet bietet erstmals die Sportversion ZR-1 an.
 
 
1971
Der 7,4-Liter-V8 mit 425 PS ist der stärkste und größte Corvette-Motor aller Zeiten.
 
 
1975
Die Katalysator-Technik hält Einzug, das Cabrio wird aus dem Programm genommen.
 
 
1977
Das 500.000. Auto läuft vom Fließband, das Cockpit wird grundlegend überarbeitet.
 
 
1978
Mit einer großen Heckscheibe wird die Corvette zum Fastback-Modell.
 
 
1979
Mit exakt 53.807 Einheiten markiert dieses Modelljahr den absoluten Verkaufsrekord.
 
 
1981
Die Produktion wechselt im Juni nach Bowling Green/Kentucky.

Laszive Karosserielinie und größter V8 aller Zeiten – die dritte Generation (C3)

Mit zahlreichen futuristischen Details wie einem rechteckigen Lenkrad, einem ausfahrbaren Heckspoiler oder einem für verbesserte Schutzwirkung verlängerbaren Stoßfänger erregen die beiden Mako-Shark-II-Konzeptautos anno 1965 Aufsehen. Diese visionären Ideen finden nicht den Weg in die Serie; die stark gebogene Karosserielinie der Showcars hingegen übernimmt Designer David Holls für die dritte, im Herbst 1967 eingeführte Generation. Mit fast 543.000 gebauten Modellen in 15 Jahren knüpft sie an die Erfolge ihrer Vorgänger an. Auch das beste Produktionsjahr ihrer Geschichte überhaupt, 1979 mit exakt 53.807 Einheiten, fällt in diese Epoche der C3-Corvette.
Der laszive Schwung über den Radhäusern dieser Modelle ähnelt der ebenfalls stark taillierten Coca-Cola-Flasche, dem gestalterischen Meisterwerk von Raymond Loewy. Entsprechend bezeichnen Fans die Fahrzeuge dieser Baureihe auch als „Coke-bottle-shape“-Corvette. 1969 taucht auf den vorderen Kotflügel der Schriftzug „Stingray“ auf, anders als bei den C2-Versionen wird er zusammengeschrieben.
Frischluftvergnügen bieten nun auch die Coupés: Als absolutes Novum bei Serien­autos besitzen sie herausnehmbare Dachhälften in T-Form. Sogar die senkrecht stehende Heckscheibe kann die ersten fünf Produktionsjahre lang entfernt werden. Sie bleibt als Stilmerkmal bis 1977 erhalten, dann spendieren die Corvette-Designer im Rahmen einer größeren Modellpflege dem Sportwagen ein Fastback-Heck mit einer großen Glaskuppel hinter der B-Säule.
Die Sicherheitsdiskussion Mitte der 70er Jahre führt nicht nur zu hektischen Änderungen an den Stoßstangen – das 73er Modell beispielsweise trägt die kuriose Mischung aus in Wagenfarbe lackierten Kunststoff-Stoßfängern vorn und klassischen Chrom-Exemplaren hinten. Sie bedeutet auch das vorläufige Aus für die offenen Versionen. Zum Modelljahr 1976 verschwinden die Cabrios aus dem Programm.
Den absoluten Höhepunkt erreicht die Jagd nach dem größten Hubraum und der stärksten Leistung. Mächtiger als zwischen 1970 und 1974 war der Big-Block einer Corvette nie: Stolze 7,4 Liter Hubraum ergeben einen Inhalt von über 930 cm3 pro Zylinder. 1971 markieren 425 PS die höchste Leistung einer Serienversion in der Geschichte der amerikanischen Sportwagen-Legende – und das, obwohl in diesem Modelljahr die Verdichtung zurückgenommen wurde.
Eine Dekade später beweisen die Techniker ihre Innovationsfreudigkeit erneut im Fahrwerksbereich. Die quer liegenden Blattfedern der Hinterachse bestehen ab 1981 aus einem Kunststoff-Verbundwerkstoff. Die Vorteile sind vielfältig: nur rund vier Kilogramm Gewicht, keine Rostbildung und fünfmal längere Haltbarkeit.
Zum zweiten Mal nach Dezember 1953 steht 1981 ein Umzug an: Die Produktion wird von St. Louis/Missouri nach Bowling Green/Kentucky verlagert, also in jenes Werk, in dem heute noch die Corvette vom Band läuft. Ungewöhnlich ist die parallele Fertigung der C3-Modelle im Juni und Juli. In St. Louis entstehen in diesen beiden Monaten die unifarbenen Versionen, Bowling Green spezialisiert sich auf die Zweifarb-Varianten.
 
Steckbrief Corvette C3
Produktionszeit
September 1967 – Oktober 1982
Stückzahl
542.861 (darunter 70.586 Cabrios, diese wurden nur von 1967 bis 1975 gebaut)
Werke
St. Louis/Missouri (bis 1. August 1981), Bowling Green/Kentucky (ab Juni 1981)
Länge/Breite/Höhe (m)
4,64/1,75/1,21 (68er Coupé)
Radstand (m)
2,49
Motoren
Small-Block-V8 mit 5,3 und 5,8 Litern Hubraum und maximal 370 PS. Big-Block-V8 mit 7,0 und 7,4 Litern und bis zu 425 PS
Technische Neuerungen
Hochspannungszündung (1975), Katalysator (1975), Fahrwerk mit Blattfedern aus Kunststoff-Verbundmaterial (1981)